Vertretungsapotheker rentenversicherungspflichtig?

Entscheidung gefallen

Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG NRW, Urteil vom 10.06.2020, AZ: L 8 BA 6/18) hat eine Apothekenbetreiberin von einer mehrere Jahre umfassenden Nachforderung von Sozialversicherungsbeiträgen durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) befreit und ein erstinstanzliches Urteil aufgehoben. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Die DRV war anlässlich einer Betriebsprüfung zu dem Ergebnis gekommen, bei der Vertretungstätigkeit einer Apothekerin für die Apothekenbetreiberin handele es sich nicht um eine selbstständige Tätigkeit auf Honorarbasis, sondern vielmehr um eine abhängige Beschäftigung im Angestelltenverhältnis.

  • Das Gericht jedoch vertrat die Auffassung, dass die Beiträge für die soziale Sicherung allein und ohne Beteiligung des Arbeitgebers aus dem vereinbarten Honorar sicherzustellen sind. 

Hintergrund: Im vergangenen Jahr hatte das Bundessozialgericht (BSG) entschieden, dass Ärztinnen und Ärzte, die in Krankenhäusern auf Honorarbasis arbeiten, regelmäßig der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Unklar war seither, ob diese höchstrichterliche Rechtsprechung auch für Vertretungsapotheker in Apotheken gilt.